Informationsveranstaltungen für interessierte Therapeut:innen jetzt auch als Webkonferenz!

- 16. September 2020

 

Gerne laden wir interessierte Therapeut:innen zu unseren unverbindlichen Informationsveranstaltungen im Webkonferenz-Format ein. Hier erhalten Sie hilfreiche Informationen dazu, was auf Sie zukommt, wenn Sie als Studientherapeut:in an PSYCHOnlineTHERAPIE teilnehmen. Außerdem informieren wir hier zu vertraglichen Voraussetzungen sowie zur Abrechnung im Rahmen der Studienteilnahme. Natürlich bleibt auch ausreichend Zeit, um auf Ihre individuellen Fragen einzugehen.

Bitte beachten Sie: eine Teilnahme ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

•    Sie sind praktizierende:r Psychologische:r Psychotherapeut:in / Fachärzt:in für Psychiatrie und Psychotherapie / Fachärzt:in für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie / Psychotherapeutisch tätige:r Ärzt:in mit (kognitiv-) verhaltenstherapeutischer Ausrichtung (FGS 58, 60, 61, 68) oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in (FGS 69), sofern Sie zumindest 50% ihrer Behandlungsfälle mit Patient:innen, die 18 Jahre oder älter sind, erbringen
•    Sie nehmen am Selektivvertrag zur Versorgung in den Fachgebieten der Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (PNP-Selektivvertrag) gemäß § 73c SGB V teil
•    Sie sind im Rekrutierungs- und Assessmentzeitraum (Herbst 2020 – Ende 2022) verfügbar
 

Veranstaltungsart Wochentag, Datum Uhrzeit
Webkonferenz Freitag, 09. Oktober 2020 15:00 - 17:00 Uhr
Webkonferenz Freitag, 16. Oktober 2020 14:00 - 16:00 Uhr
Webkonferenz Freitag, 30. Oktober 2020 14:00 - 16:00 Uhr

 

 

Die MEDIVERBUND AG organisiert diese Informationsveranstaltungen. Bitte teilen Sie der MEDIVERBUND AG über das in deren Rundschreiben beigefügte Antwortformular mit, ob und falls ja, an welcher der Webkonferenz-Informationsveranstaltungen Sie teilnehmen wollen. Im Anschluss erhalten Sie die Zugangsdaten für die jeweilige Webkonferenz per E-Mail.

Eine Teilnahme an der Studie PSYCHOnlineTHERAPIE ist prinzipiell auch ohne die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung möglich, in dem Fall lassen wir Ihnen so bald wie möglich die Teilnahmeunterlagen zukommen. Melden Sie sich hierfür unter info@psychonlinetherapie.de

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Die Gesundheit selbst in die Hand nehmen – welche Vorzüge hat verzahnte Psychotherapie?

- 15. September 2020

 

Verzahnte Psychotherapie gewinnt nicht nur durch die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitssystems an Bedeutung. Inwiefern sowohl Therapeut:innen als auch Patient:innen davon profitieren können, erläutern wir Ihnen in diesem Beitrag.

 

Bereits in den 90er Jahren wurden erste Ansätze für computergestützte Interventionen zur Behandlung von Depressionen entwickelt. Werden klassische Therapiesitzungen mit der Nutzung neuer Medien kombiniert, spricht man von verzahnter Psychotherapie (oder auch Blended Therapy). Der Einsatz von E-Mails oder SMS für beispielsweise die Terminvereinbarung ist natürlich schon länger im Alltag von Therapeut:innen und ihren Patient:innen angekommen - dass einzelne Behandlungselemente von Patient:innen selbstständig online durchgeführt werden ist in Deutschland jedoch eine neue Herangehensweise. 

 

Patient:innen sind bei den Online-Sitzungen nicht auf sich alleine gestellt - jedoch steht ihnen frei, wann oder auch wo sie Online-Sitzungen und Aufgaben erledigen möchten. Das ist nicht nur für berufstätige oder eingeschränkt mobile Patient:innen von Vorteil: Verzahnte Psychotherapie kann helfen, die eigene psychische Gesundheit wieder verstärkt selbst in die Hand zu nehmen. So kann eine unterstützende Auseinandersetzung mit therapeutischen Inhalten auch außerhalb der Sitzungen im Rahmen der Routineversorgung das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen steigern und das Übertragen von Gelerntem in den Alltag erleichtern. Mit Hilfe des Einsatzes neuer Medien können Sachverhalte durch Videos oder Grafiken zudem anschaulich erklärt und bei Bedarf von Patient:innen wiederholt werden. Hausaufgaben, wie sie vor allem in der Verhaltenstherapie oft angewendet werden, können online mit einem spielerischen Charakter gestaltet so möglicherweise motivierend wirken. Im Fokus von verzahnter Psychotherapie steht nach wie vor die/der Patient:in: Die (Online-) Sitzungen werden stets so gestaltet, dass sie mit den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten übereinstimmen. Nicht zuletzt kann verzahnte Psychotherapie zudem möglicherweise zu einer verbesserten psychotherapeutischen Versorgung beitragen.  

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Versorgung und Hilfe bei psychischen Erkrankungen – nicht alle bekommen die Hilfe, die sie benötigen

- 1. September 2020

 

Psychische Erkrankungen in Deutschland sind weit verbreitet. Doch nicht alle Betroffenen erhalten die Behandlung, die sie eigentlich benötigen. Die Gründe hierfür können sehr vielfältig sein - tatsächlich spielt nicht nur die Versorgungslücke im Bereich der psychotherapeutischen Behandlung dabei eine Rolle.

 

In Deutschland erkrankt rund jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung (auch Lebenszeitprävalenz genannt). Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Depressionen, Angststörungen und Alkohol- bzw. Medikamentenabhängigkeit. So zeigt etwa eine Untersuchung, dass rund 10% aller Frauen und etwa 6% aller Männer eine ärztlich diagnostizierte Depression in den letzten 12 Monaten berichten (auch 12-Monats-Prävalenz genannt). Das bedeutet, dass in Deutschland pro Jahr etwa fünf Millionen Menschen an einer Depression erkranken. 
Zwar nehmen immer mehr Menschen Hilfe in Anspruch, dennoch bleiben in Deutschland je nach Störung 28-63% der Menschen mit einer psychischen Erkrankung ohne geeignete Therapie. Dabei rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg des Behandlungsbedarfs im Bereich der psychischen Erkrankungen. Gleichzeitig bestehen im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung, als eines der Leitlinienverfahren bei psychischen Störungen, Versorgungslücken, die unterschiedliche Gründe haben. So stellt die Psychotherapie bei psychischen Erkrankungen in vielen Fällen ein Mittel erster Wahl für eine Leitliniengerechte Behandlung dar. Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz können allerdings Wochen bis Monate betragen. Auch wenn es große Unterschiede im Versorgungsangebot zwischen den Bundesländern sowie zwischen ländlichen und städtischen Regionen gibt, ist es doch nachvollziehbar, dass derart lange Wartezeiten viele Menschen von der Aufnahme einer Behandlung abhalten. Gleichzeitig bedeutet die Wartezeit oft Ungewissheit und kann zu einer Verschlechterung oder zu einer Chronifizierung der Beschwerden (also einem Übergang zu einer dauerhaften Erkrankung) beitragen.
 

 

Hinzu kommt, dass viele Betroffene bestehende Versorgungsangebote nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie verfügbar wären. Dieses Problem zeigt sich weltweit: Eine Umfrage der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ergab, dass über 60% der Befragten, bei denen eine therapeutische Behandlung hilfreich sein könnte, eine Bewältigung ohne professionelle Unterstützung bevorzugen. Auch führen weite Anfahrtswege zum Versorgungsangebot, eingeschränkte Mobilität, die Unvereinbarkeit einer Behandlung mit den eigenen Arbeitszeiten oder Ängste und Sorgen bezüglich einer möglichen Stigmatisierung (also einer Herabwertung von Betroffenen durch andere Personen) dazu, dass Hilfe oftmals nicht in Anspruch genommen wird. 
Bei psychischen Erkrankungen gilt aber: Je früher sie erkannt und behandelt werden, desto besser ist die Prognose! Sollten Sie oder Angehörige von Ihnen möglicherweise unter psychischen Beschwerden leiden, zögern Sie nicht. Informieren Sie sich und scheuen Sie sich nicht, sich Hilfe zu suchen. Ein erster Schritt könnte das vertrauensvolle Gespräch mit Ihrer/Ihrem Ärzt:in oder die Kontaktaufnahme mit einer/einem Psychotherapeut:in sein.

Weitere Informationen zu häufigen psychischen Beschwerden und deren Behandlung finden Sie auch u.a. hier:
•    Psychenet.de
•    Seelischegesundheit.net
•    Angstselbsthilfe.de
•    Bundespsychotherapeutenkammer – Wege zur Psychotherapie
•    Deutsche Depressionshilfe

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Hinter den Kulissen – Was sind digitale Anwendungen?

- 03. Juli 2020

 

Wir erklären Ihnen, was es mit digitalen Anwendungen im Bereich der psychotherapeutischen Behandlung auf sich hat und wie eine mögliche Umsetzung von verzahnter Psychotherapie (PSYCHOnlineTHERAPIE) aussehen kann.

 

Unter Internet- und mobil-basierten Interventionen (IMIs) werden psychologische Programme zusammengefasst, die neue Medien einsetzen, um Betroffenen bei psychischen Leiden zu helfen. Der Sammelbegriff IMI umfasst dabei ein weites Feld, das von einfachen Erinnerungs-Mails über Apps bis hin zu virtual-reality-basierten Interventionen reicht. Die Interventionen unterscheiden sich in der Art der verwendeten Technologie (z.B. SMS, Apps, Online-Interventionen) und damit auch darin, wo oder wie IMIs eingesetzt werden. Außerdem sind ihre theoretische Grundlage und das Ausmaß an menschlicher Unterstützung verschieden. 
Bisher wurden IMIs in Deutschland vor allem als Selbsthilfeprogramme oder im Rahmen klinischer Studien eingesetzt. In anderen Ländern wie den Niederlanden oder Schweden erfolgt ihr Einsatz bereits häufiger und IMIs gehören zum Versorgungsalltag. Mit Inkrafttreten des digitalen Versorgungsgesetzes (DVG) kann sich das auch in Deutschland ändern: Die Bundesregierung will die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter vorantreiben und hat daher am 19. Dezember 2019 das DVG verabschiedet. Damit sollen in Zukunft nicht nur telemedizinische Angebote (z.B. Videosprechstunden) leichter nutzbar sein, sondern auch eine Kostenübernahme für digitale Gesundheits-Apps durch Krankenkassen ermöglicht werden.  Bei frei verfügbaren Selbsthilfe-Apps ist jedoch Vorsicht geboten, da deren Wirksamkeit meist nicht wissenschaftlich nachgewiesen wurde und Qualität und Datenschutz Mängel aufweisen können. Das DVG möchte daher auch in einem stark anwachsenden und inzwischen unübersichtlichen Markt an IMIs eine fundierte Beurteilung der Qualität und Sicherheit gewährleisten.

 

 

Neue Technologien sollen die traditionelle Psychotherapie jedoch nicht ersetzen, sondern diese sinnvoll ergänzen. So können IMIs die Psychotherapie unterstützen und deren Möglichkeiten erweitern, etwa durch mehr zeitliche und örtliche Flexibilität und Alltagsnähe.  Eine Möglichkeit, IMIs in Deutschland in die psychotherapeutische Behandlung durch Therapeut:innen zu integrieren, ist der Ansatz der verzahnten Psychotherapie, welcher im Projekt PSYCHOnlineTHERAPIE wissenschaftlich untersucht wird. Im Rahmen dieses vom Innovationsfond des gemeinsamen Bundesausschusses geförderten Projekts wird die psychotherapeutische Routineversorgung mit Online-Sitzungen verzahnt, die Patient:innen selbstständig durchführen (PSYCHOnlineTHERAPIEfix und PSYCHOnlineTHERAPIEflex). Die einzelnen Online-Sitzungen in PSYCHOnlineTHERAPIE beinhalten Therapieelemente der kognitiven Verhaltenstherapie bei depressiven Störungen und Angststörungen (z.B. Psychoedukation, kognitive Umstrukturierung, Verhaltensaktivierung). Therapeut:innen weisen ihren Patient:innen dabei im Therapieverlauf individuell geeignete Online-Sitzungen zu. Die Varianten verzahnter Psychotherapie werden im Projekt bezüglich Wirksamkeit, Kosten-Effektivität, Akzeptanz und Durchführbarkeit mit der Behandlung gemäß Routineversorgung (PSYCHOnlineTHERAPIEstandard) verglichen. Bei erfolgreicher Evaluation bietet PSYCHOnlineTHERAPIE eine neue und wirksame Versorgungsform, die digitale Anwendungen auf innovative Weise in die ambulante psychotherapeutische Versorgung integriert.

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Weitere Informationen zu ‚Digitalen Anwendungen‘ finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arzneimittel- und Medizinprodukte.